Nach dem Tod der Verlobten fand er Zutrauen in einer anderen, ebenso jungen, einer Julie. 


Vorübergehend habe Friedrich von Hardenberg (auch Fritz genannt) sein Opiat in naturwissenschaftlichen Studien gefunden (etwa in der Geognostik, dem Bergbau), doch das was ihn umtrieb, die Lüsternheit oder Sehnsucht, wie er sie nannte, habe ihn so schnell nicht losgelassen.


Was er (Novalis) in der Farbe Blau nicht alles fand: Blüthen und Gesichter. Wobei seine Darstellung der Geliebten weitere Morde im Entstehen begünstigte, etwa durch das Abbild der Ersehnten als Rätselhaftes, ihm Unbekanntes, Blaues.


-


Sie sah an den Seitenrändern die Vermerke: Zueignung. Erster Theil und auch schön: Die Erwartung. und fand darin wieder, woran sie zuletzt noch im Engadin und später im Zug nachhause dachte. 

 

Auch bei Novalis war das Dunkle blau. 

 

Mal wollte sie das haben, worin sie ihren Geliebten sah: Äpfel, einfache Pullover des Herstellers Fruit of the Loom. Ein andermal (und weitaus öfter und einfacher) suchte sie seine Schultern während der Arbeit am Schreibtisch.

 

Bei Novalis werde gebohrt, gegraben oder geschürft, hiess es in den Anmerkungen, damit etwas isoliert in Erscheinung trete. Im Innern, wie bei ihm nachzulesen war, sehnlichste Wünsche, Baupläne der Welt.


-


Novalis hatte in den Entwürfen seiner Lehrlinge zu Sais den Begriff der Geognostik erwähnt und geschrieben, der geognostische Streit der Volkanisten und Neptunisten sei der eigentliche Streit. Ihn beschäftigte die Frage, ob Gesteine aus einer (vulkanischen) Eruption entstanden oder aus einem sogenannten Urmeer als Sedimente hervorgegangen waren.

-


Um sich abzulenken, suchte sie Beschäftigung in lauter unnützen Dingen und trug das auf den Wegen aufgelesene (diese Zweige, Federn oder verworrenes Garn) in ihren Manteltaschen nachhause.